Einer Studie zufolge, die jetzt im amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2009; 302: 1059-1066) veröffentlich wurde, könnte ein bestimmter Entzündungswert, das Procalcitonin (PCT) zukünftig helfen, den Einsatz von Antibiotika gezielter zu steuern. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Entzündungswerten im Blut, dem c-reaktiven Protein, den Leukozyten und der Blutsenkung (BSG), die bei fast allen entzündlichen Reaktionen im Körper unspezifisch ansteigen, reagiert das PCT nur, wenn ein bakterieller Infekt vorliegt. Und nur bei einem bakteriellen Infekt ist der Einsatz eines Antibiotikums sinnvoll: gegen Viren sind diese Mittel machtlos. Auch chronisch-entzündliche Veränderungen verändern den PCT-Spiegel normalerweise nicht. Dr. Phillip Schütz von der Universität Basel konnte zusammen mit seinen Kollegen in dieser randomisierten Studie, die an sechs Schweizer Kliniken an über 1300 Patienten durchgeführt wurde, zeigen, dass der auf den PCT-Wert begründete Einsatz von Antibiotika den unnötigen Einsatz verringern, und die Dauer einer notwendigen Gabe verkürzen kann. Werden Antibiotika zu bedenkenlos gegeben, leiden Patienten möglicherweise unnötig an Nebenwirkungen wie Darmproblemen und die gefährliche Entwicklung von Resistenzen wird gefördert.