Akupunktur wirkt, zum Beispiel gegen chronische Schmerzen. Nur wie, das können Schulmedizin und Naturwissenschaft immer noch nicht erklären. Wissenschaftler der Universität Rochester, New York haben nun einen Teil des Geheimnisses enträtselt. Dabei spielt die körpereigene chemische Verbindung Adenosin eine zentrale Rolle. Das Molekül Adenosin kann die Ausschüttung anregender Neurotransmitter blockieren. Dadurch trägt es dazu bei, den Schlaf zu fördern, einen unruhigen Herzschlag zu regulieren und den Blutdruck zu senken. Außerdem wirkt Adenosin entzündungshemmend und als lokales Schmerzmittel, indem es Nervensignale in verletzter Haut unterbricht. In einer Studie an Mäusen haben die US-Wissenschaftler herausgefunden, dass Adenosin auch in tieferen Hautschichten aktiv wird, wenn dort Akupunkturnadeln im Einsatz sind. Sie setzten und drehten die Nadeln in verletzten Mäusepfoten auf die gleiche Weise, wie Akupunkteure auch Menschen mit Schmerzen im Fuß behandeln würden. Die Akupunktur minderte die Schmerzen der Tiere um rund zwei Drittel. Während und kurz nach der Behandlung war die Adenosinkonzentation rund um die Nadeln 24-mal höher als zuvor. Genetisch veränderte Mäuse, deren Adenosinrezeptor ausgeschaltet war, reagierten dagegen überhaupt nicht auf die Akupunktur.
Als die Wissenschaftler um Maiken Nedergaard das Adenosin einiger Tiere künstlich erhöhten, verschwanden die Schmerzen im Fuß auch ohne die Nadelbehandung.
Quelle: Focus.de - Nadeln aktivieren Schmerzkiller