Urintest statt Darmspiegelung

Krankheiten in einem frühen Stadium mit einer sicheren, einfachen und kostengünstigen Untersuchung erkennen – dieses Forschungsziel verfolgen derzeit einige Expertengruppen weltweit. Sie konzentrieren sich vor allem auf Urinuntersuchungen. Harn enthält nämlich je nach Befindlichkeit des Organismus eine Fülle an speziellen Abbauprodukten.Forscher der University of North Carolina haben in diesem Zusammenhang untersucht, ob auch Darmkrebs typische Spuren im Harn hinterlässt. Dazu untersuchten sie Urinproben von 123 Männern zwischen 42 und 76 Jahren. 60 der Probanden hatten Darmkrebs, 63 waren gesund. In mehreren Laboruntersuchungen ließen sie die Inhaltsstoffe der Körperflüssigkeit analysieren. Es zeigte sich, dass die Proben der Krebspatienten 16 verschiedene Substanzen in ungewöhnlicher Menge aufwiesen. Vor allem Tryptophan trat als Abbauprodukt gehäuft auf. Bekannt ist, dass der Körper von Menschen mit Viruserkrankungen oder Krebs diese natürliche Aminosäure besonders stark abgebaut, sodass ihr Tryptophanspiegel im Blut geringer ist als der von gesunden. Die Wissenschaftler sind davon überzeugt, mit ihrer Studie gezeigt zu haben, dass Urinuntersuchungen potenzielle Diagnoseverfahren zur Erkennung von Darmkrebs sind.

Quelle: Focusonline - Urintest statt Darmspiegelung