Rauchentwöhnung mit Medikamenten bringt nichts

Zum Jahreswechsel ist es populär, mit guten Vorsätzen ins neue Jahr zu gehen. Und Hunderttausende nehmen sich vor, mit dem Rauchen aufzuhören. Ein guter Gedanke, der jedoch gefährlich werden kann, wenn zur Unterstützung Medikamente aus der Gruppe der Antidepressiva genommen werden, weil die Nebenwirkungen erheblich sind. Zudem belegen Studien, das der Einsatz dieser Medikamente vom Nutzen her eher zweifelhaft ist. Um den aktuellen Stand des Wissens zu bewerten, haben sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Cochrane Collaboration auf die Suche nach zuverlässigen Studien gemacht, in denen Antidepressiva zur Raucherentwöhnung erprobt wurden. In Deutschland (und international) ist der Wirkstoff Bupropion zur Raucherentwöhnung zugelassen. In 36 Studien mit insgesamt etwas mehr als 11.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern nahm etwa die Hälfte der Teilnehmenden Bupropion ein, die andere Hälfte ein Scheinmedikament (Placebo). Das Ergebnis: Von 100 rauchenden Menschen, die Bupropion einnahmen, haben 81 wieder zur Zigarette gegriffen (81 %). Zum Vergleich: Von 100 Personen, die kein Bupropion anwendeten, haben nach sechs bis zwölf Monaten etwa 89 wieder mit dem Rauchen begonnen (89 %). Nur zusätzlich einem von 10 rauchenden Menschen hat das Antidepressivum geholfen, was aber Nebenwirkungen bei allen Studienteilnehmern medizinisch gesehen nicht rechtfertigen kann. Die Einnahme von Bupropion verursacht Schlafstörungen bei zusätzlich etwa 1 bis 3 von 10 Personen (10 bis 30 %). Andere Nebenwirkungen sind Mundtrockenheit und Übelkeit. Die US-Gesundheitsbehörden warnen zudem vor dem Stoff, da einige Menschen nach der Anwendung von Bupropion Depressionen oder Selbsttötungsgedanken hatten.

Quelle: FDA (U. S. Food and Drug Administration)