Die für Depressionen typische Antriebsschwäche, aber auch Scham oder Verharmlosung könnten Ursache dafür sein, dass viel zu wenige Menschen, die unter einer Depression leiden, behandelt werden. Eine kanadische Studie am Institute for Clinical Evaluative Sciences (ICES) hat große Lücken in der Versorgung und Behandlung von Depressiven aufgedeckt.
Die wichtigsten Ergebnisse:
Weniger als 50 Prozent der Betroffenen gehen überhaupt zum Arzt.
– 33 Prozent der Männer und Frauen, die wegen einer Depression stationär behandelt wurden, gehen nicht zur Kontrolluntersuchung innerhalb der nächsten 30 Tage.
– 17 Prozent kommen jedoch innerhalb dieser Frist in die Notaufnahme eines Krankenhauses, acht Prozent werden in eine Klinik eingewiesen.
– Viele der älteren Patienten beginnen zwar eine Therapie mit Antidepressiva, kommen jedoch später nicht zur Kontrolle, um den Behandlungserfolg zu beobachten.
Im Ganzen fehlt eine koordinierte Behandlung und Pflege der Patienten, also die Zusammenarbeit von Klinikärzten, Hausarzt und Psychologen.